75 Jahre Loge zur Weltbruderkette

14 | 75 Jahre Loge zur Weltbruderkette Das ewig Gestrige hinter sich zu las- sen, den Zeichen der Zeit zu folgen und dort wieder anzuknüpfen, wo Bruder Friedrich Ludwig Schröder einst die segensreiche Reformation der Freimaurerei begonnen hatte – dies war ihr Leitgedanke. Sie hielten die Trennung von ihrer Mutterloge für notwendig, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Rückblickend sehen manche Brüder unserer Mut- terloge die damaligen Austritte wert- voller Brüder auch als Folge von Fehlern in der Amtsführung ihres Stuhlmeisters. Und doch zeigt die Geschichte, dass diese Entschei- dung Früchte getragen hat. Die neu- gegründete Bruderschaft hat sich Im Logenjahr 1949/1950 fanden sich einige Brüder der Lübecker Loge „Zur Weltkugel“ zusammen – unter ihnen der Rechtsanwalt und Notar Erwin Buchwald, der später unser erster Stuhlmeister wurde. Sie blickten ambitioniert in die Zukunft, entschlossen, eine neue Loge zu gründen. in nunmehr 75 Jahren bewährt und mit ihrer Arbeit die freimaurerische Landschaft bereichert – trotz aller Unwägbarkeiten, die sie auf ihrem Weg zu meistern hatte. Zunächst war unsere Loge gezwungen, auf Wanderschaft zu gehen. Nach den ersten Jahren im Haus der Gemein- nützigen fanden unsere Arbeiten an wechselnden Orten statt – im heute nicht mehr existierenden Hotel International, im Holstentor-Restau- rant, im Kurhaus Bad Segeberg und in anderen Lokalitäten. Erst 1965 konnten wir in der Immobilie eines Logenbruders in der Marlesgrube einen eigenen Tempel weihen. 1970 war die Loge „Zur Weltbruderkette“ dann auch wirtschaftlich so gefestigt, dass sie als letzte der drei Lübecker Johannislogen in das Logenhaus unserer Großmutterloge „Zum Füll- horn“ einziehen konnte. Ihr lebendi- ger Geist ging dabei nie verloren. Die „Weltbruderkette“ hat im Laufe ihrer Geschichte besondere Veranstaltun- gen wie die Windjammerloge, die Waldloge oder die Erntedankloge in die Arbeit der deutschen Frei- maurerei eingebracht. Und eines hat sie bis heute bewahrt: Herzlichkeit und Brüderlichkeit auf Augenhöhe – auch und gerade gegenüber ihrer Mutterloge „Zur Weltkugel“, trotz der Differenzen in den Anfangsjahren. Noch ganz im Sinne des Schröder- schen Rituals, das hier bis in die sieb- ziger Jahre gepflegt wurde – nämlich: alle Brüder machen nur eine Loge aus –, hält und pflegt die Loge „Zur Weltbruderkette“ den brüderlichen, teils auch freundschaftlichen Kon- takt zu den Logen im eigenen Haus im Sinne des „Lübecker Modells“, ebenso wie zu benachbarten Logen, etwa „Zum Goldenen Apfel“ i.Or. Eutin, „Holstatiae“ i.Or. Kaltenkir- chen, „Zur Vaterlandsliebe“ i.Or. Wismar und „Eintracht in Freiheit“ i.Or. Schwerin. Möge die Loge „Zur Weltbruder- kette“ diese, ihre eigenen Tugenden noch weit länger als 75 Jahre bewah- ren – im besten Falle bis ans Ende der Zeiten. Es geschehe also. WELTBRUDERKETTE DIE GESCHICHTE UNSERER LOGE

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