75 Jahre Loge zur Weltbruderkette
30 | 75 Jahre Loge zur Weltbruderkette Vor wenigen Jahren traf ich im Rahmen meiner Arbeit auf die Freimaurerei in Lübeck. Bei der Vorbereitung einer Trauerfeier war ein Bruder Freimaurer anwesend, da sich die Witwe eine Gestaltung im Sinne ihres ver- storbenen Mannes wünschte. Dieses Gespräch war für mich wie eine Initialzündung. Die Offenheit, die geleb- ten Werte und die respektvolle, ruhige Art berührten mich tief. In den Tagen bis zur Feier wirkte die Begeg- nung intensiv in mir nach. Ich war gerade nach Lübeck zurückgekehrt, beruflich und privat an einem Neu- anfang, und suchte bewusst nach einer verbindlichen Gemeinschaft, getragen von geistigem Austausch, ehr- licher Verbundenheit und Verlässlichkeit. Nach der wür- devollen Feier sprach ich einen Bruder an und wurde herzlich zu einem Gästeabend eingeladen. Dort lernte ich über ein Jahr hinweg die Brüder und die Freimaure- rei kennen. Die Gespräche wurden intensiver, mein Inte- resse wuchs stetig. Bald reifte der Wunsch, meinen Weg mit diesem besonderen Bund zu verbinden. Heute bin ich Geselle im zweiten Jahr – und gehe ihn gemeinsam mit meinen Brüdern. Bruder seit 2024 M. Runge Die Lübecker Nachrichten berichteten im Herbst 1995, dass der Schauspieler Karlheinz Böhm im Logenhaus zu Lübeck einen Vortrag über seine Stiftung „Menschen für Menschen“ in Äthiopien halten würde. Diese Ankündi- gung nahm ich zum Anlass, erstmals das Logenhaus zu betreten. Etwa 150 bis 200 Gäste waren im Festsaal versammelt, um diesem beeindruckenden Mann zuzu- hören. Mit großer Überzeugung sprach Karlheinz Böhm über seine Arbeit vor Ort, über Hilfe zur Selbsthilfe und seine Vision für Äthiopien. In der Pause begegnete ich zufällig meinem damaligen Vermieter (mittlerweile verstorbener Bruder), der mich später zu einem Gäste- abend einlud. Es folgten mehrere weitere Einladungen, bei denen ich nicht nur spannende Gespräche führte, sondern auch Menschen begegnete, die mich nachhal- tig beeindruckten und inspirierenden Austausch boten. Im Mai 1997 wurde ich in die Loge Zur Weltbruderkette aufgenommen – ein Schritt, den ich bis heute nicht bereut habe. Die Begegnung mit der Freimaurerei hat meinem Leben neue Perspektiven eröffnet und beglei- tet mich bis heute mit Dankbarkeit. Bruder seit 1997 W. Rössger
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