Das Logenhaus

Das Logenhaus in Lübeck ist ein denkmalgeschützter Bau aus dem Jahr 1882. Es befindet sich in der St.-Annen-Straße 2 an der Ecke zur Schildstraße 22–30 und dient heute mehreren Lübecker Logen als gemeinsames Logenhaus – darunter auch unserer Loge „Zur Weltbruderkette“.

Das zentral gelegene Grundstück blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits im Mittelalter gehörte es zu einer Reihe von Höfen entlang einer ehemaligen Ritterstraße. Über die Jahrhunderte wechselte der Besitz mehrfach. Zu den bekannten Eigentümern jener Zeit zählen unter anderem:

  • 1340 Johann van Campe, Dekan des Hamburger Domkapitels
  • 1340 Johannes Grute
  • 1351 Conrad vam Berge
  • 1353 Albert Bruggemaker
  • 1353 Ratsherr Tidemann Warendorp
  • 1369 Ritter Johannes Tisenhusen
  • 1385 Hermann Mor
  • 1399 Bürgermeister Jordan Pleskow
  • 1465 Junker Vritse Grawert
  • 1499 Jacob Grawert
Besitzerurkunde

Im Jahr 1663 wurde in dem an dieser Stelle befindlichen Haus der bekannte evangelische Theologe, Pädagoge und Kirchenlieddichter August Hermann Francke geboren. Der Ort blickt somit bereits vor der freimaurerischen Nutzung auf eine bedeutende Geschichte zurück.

Logenhaus Lübeck

Logenhaus Lübeck

Im Jahr 1861 erwarb die Loge „Zum Füllhorn“ das Grundstück von den Erben Matthias Ludwig Reithoffs. Das Gelände war zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend überbaut. 1882 errichtete die Loge dort das neue Logenhaus. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Gebäude mehrfach umgebaut und erweitert, zuletzt umfangreich im Jahr 1926.

Während der sogenannten „dunklen Zeit“ musste das Logenhaus 1936 unter Zwang an die Nationalsozialisten verkauft werden. Ein großer Teil des Inventars ging verloren, die erst wenige Jahre zuvor eingebauten Glasfenster mit freimaurerischen Motiven wurden zerstört. Im selben Jahr übergaben die Nationalsozialisten das Gebäude an das Archiv der Stadt Lübeck, das das Haus unter der Leitung von Georg Fink nach eigenen Vorstellungen nutzte.

Das Logenhaus überstand den Zweiten Weltkrieg unbeschadet und blieb auch während der Luftangriffe auf Lübeck im Jahr 1942 erhalten. Nach Kriegsende wurde das Gebäude 1945 durch die britische Militärverwaltung zunächst wieder für Archivzwecke freigegeben. Die inzwischen wieder gegründete Loge beantragte die Rückgabe des Hauses, die schließlich im Jahr 1950 erfolgte.

Es dauerte weitere zwölf Jahre, bis das Gebäude wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt werden konnte. Im Jahr 1962 wurde das Haus erneut als Logenhaus eingeweiht.

Vor 1933 verfügten die meisten Lübecker Logen über eigene Logenhäuser. Heute dient das Lübecker Logenhaus allen Logen der Stadt als gemeinsamer Treffpunkt. Darüber hinaus kann es für Veranstaltungen und Feiern genutzt werden und beherbergt eine eigene Gastronomie.