Silvesterloge

Drei Logen. Drei Lehrarten. Ein Jahresabschluss.

Die Silvesterarbeit ist der gemeinsame freimaurerische Jahresabschluss der drei Johannislogen im Lübecker Logenhaus. Sie steht in besonderer Weise für das Lübecker Modell: drei Logen, unterschiedliche Lehrarten und ein enges, brüderliches Miteinander unter einem Dach. Zum Ende des Jahres kommen die Brüder noch einmal zusammen, um innezuhalten, zurückzublicken und die gemeinsame Verbindung zu stärken.

Das Besondere an dieser Arbeit ist ihr wechselnder Charakter. Jedes Jahr wird die Silvesterarbeit von einer anderen Loge ausgerichtet und nach deren Lehrart geführt. Auch die Meister der drei Logen wirken dabei gemeinsam mit: Der Meister der ausrichtenden Loge übernimmt die Leitung der Arbeit, während die beiden anderen Meister wichtige Ämter innerhalb der Arbeit bekleiden. So wird das Miteinander nicht nur organisatorisch, sondern auch rituell sichtbar.

Symbole, rituelle Tempelarbeiten und freimaurerische Impulse wirken dabei wie Werkzeuge für die innere Entwicklung. Der raue Stein, das Winkelmaß oder der Zirkel sind nicht nur historische Zeichen, sondern Bilder für die Arbeit am eigenen Charakter. Sie erinnern daran, das eigene Handeln zu prüfen, Maß zu halten, Verantwortung zu übernehmen und an sich selbst weiterzuarbeiten.

Nach der Arbeit klingt der Abend in geselliger Runde aus. Bei Sekt, Berlinern und persönlichen Gesprächen entsteht ein ruhiger, herzlicher Abschluss des Logenjahres, bevor die Brüder in ihre privaten Silvesterabende gehen. In früheren Zeiten schloss sich an die Arbeit noch ein festlicher Silvesterball im Logenhaus an. Diese Tradition könnte in Zukunft wieder aufgenommen werden und den gemeinsamen Jahresabschluss der Lübecker Logen erneut um einen festlichen gesellschaftlichen Rahmen erweitern.